Was ist Wom
Lehrstuhl für Finanzwissenschaft (FIWI)

Teilprojekt Finanzwissenschaft (FIWI)

Die aus wirtschaftspolitischer Perspektive durchgeführten Untersuchungen zielen darauf ab, detaillierte Kenntnisse über die Einstellungen gegenüber (Fachkräfte-)Zuwanderung in der Thüringer Bevölkerung zu gewinnen. Mittels aufeinander aufbauender halbstandardisierter und standardisierter Befragungen soll dahingehend eine umfassende Datenbasis für quantitative und qualitative Analysen generiert werden.

Die detaillierte empirische Bestandsaufnahme soll auch unter Einbezug von Kausalanalysen ökonomische und nichtökonomische Gründe für das Vorhandensein von Vorbehalten gegenüber Immigration identifizieren. Bezogen auf verschiedene Zielgruppen werden im Rahmen der Erhebungen regional- und akteursspezifische Einstellungen gegen über Immigration untersucht. Die gewonnen Erkenntnisse sollen im engen Austausch mit den anderen Teilprojekten schließlich zu einer ganzheitlichen Analyse von Migrationseinstellungen in Thüringen beitragen.

Ansprechpartner

Patrick Bareinz

Patrick Bareinz

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: (+49) 3641 9-43237
patrick.bareinz@uni-jena.de

Geplante Vorhaben

In einem ersten Schritt werden halbstandardisierte Interviews mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Feld der Migrations- und Integrationsarbeit geführt. Diese Erhebungen dienen der qualitativen Erfassung möglicher Gründe für das Vorhandensein von Ressentiments gegenüber Zuwanderung nach Thüringen.

Die während der qualitativen Experteninterviews gewonnen Erkenntnisse dienen zudem als fundierte Grundlage für das Design der quantitativen Bevölkerungserhebungen. Insbesondere sollen die während der Experteninterviews identifizierten Kanäle von Migrationsvorbehalten im Rahmen der sich daran anschließenden standardisierten Erhebungen auch quantitativ ausgewertet werden.

Es werden auf Basis standardisierter Erhebungen die Einstellungen gegenüber Immigration innerhalb der Thüringer Bevölkerung untersucht. Die Bevölkerungsbefragungen ermöglichen die detaillierte Analyse verschiedener Kanäle von Migrationseinstellungen in Thüringen. Insbesondere zielen die Erhebungen auf einen Vergleich ökonomischer und nichtökonomischer Gründe für das Vorhandensein von Vorbehalten gegenüber Zuwanderung ab. Darüber hinaus wird auf mögliche Unterschiede in den Determinanten der Einstellungen gegenüber Zuwanderung im Allgemeinen sowie Fachkräftezuwanderung im Speziellen eingegangen.

Ein weiterer Fokus der Erhebungen liegt in der Rolle möglicher Informationsdefizite innerhalb der Bevölkerung hinsichtlich statistischer Kennzahlen zur Zuwanderung nach Thüringen. Aus diesem Grund werden Informationsexperimente implementiert, welche die detaillierte Analyse des Einflusses potenzieller Fehleinschätzungen auf subjektive Migrationsvorbehalte ermöglichen.

Neben der Bevölkerung Thüringens im Allgemeinen stellen Studierende im Zusammenhang mit Migrationseinstellungen ebenfalls eine wichtige Personengruppe dar: Diese haben zum einen durch Praktika, Werkstudententätigkeiten und weiteren Kontakten bereits erste Einblicke in den Thüringer Arbeitsmarkt erhalten. Zum anderen sind sie selbst zukünftige Fachkräfte, welche in naher Zukunft dem Thüringer Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen können.

Aus diesem Grund ist die fokussierte Analyse der Einstellungen von Studierenden in Thüringen ein weiterer Gegenstand der quantitativen Untersuchungen. Diese soll vor allem helfen, zu verstehen, inwieweit das Vorhandensein von Ressentiments gegenüber Zuwanderung in Thüringen auch die Entscheidung für oder gegen einen Arbeitsmarkteintritt in Thüringen beeinflussen kann.


Prof. Dr. Silke Übelmesser

Leitung: Prof. Dr. Silke Übelmesser

Silke Übelmesser ist seit 2012 Professorin für Allgemeine Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Forschungsprofessorin am ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München.

Nach Abschluss ihres Studiums 1999 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und wissenschaftliche Assistentin am Center for Economic Studies an der Ludwig-Maximilians-Universität, wo sie 2003 promovierte und 2010 ihre Habilitation abschloss. Sie hatte Gastaufenthalte am Europäischen Hochschulinstitut, Florenz, und an der Università Bocconi, Mailand. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich der Bildungs- und Migrationspolitik und umfassen Fragen im Zusammenhang mit Fachkräftemangel und demographischem Wandel mit einem quantitativen Fokus. Die Ergebnisse ihrer Forschung finden sich in internationalen Fachzeitschriften. Silke Übelmesser ist an mehreren Drittmittelprojekten beteiligt, die sich – oft in einem interdisziplinären Kontext – mit wirtschaftspolitisch relevanten Fragen aus internationaler oder nationaler/regionaler Perspektive befassen.


Telefon: (+49) 3641-943230
silke.uebelmesser@uni-jena.de

Zur Webseite